Industrie will in Bottrop investieren: Initiativkreis-Mitglieder Emschergenossenschaft, EVONIK, RAG und E.ON gehen mit gutem Beispiel voran.
Initiativkreis-Moderator Bodo Hombach: „InnovationCity wird der Konjunkturmotor für die gesamte Region.“
Burkhard Drescher übernimmt Geschäftsführung der Projektgesellschaft.
Udo Lindenberg malt InnovationCity Bottrop.
NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, Ronald Pofalla, Chef des Bundeskanzleramtes und Bundesminister für besondere Aufgaben, und EU-Kommissar Dr. Johannes Hahn warben für die Stadt der Zukunft:
Ministerpräsidentin Hannelore Kraft: „Bottrop wagt den Umbau als Vorreiter – ganz NRW wird davon profitieren.“
EU-Kommissar Dr. Johannes Hahn: „Das Projekt InnovationCity Ruhr ist europaweit beispielhaft.“
Kanzleramtschef Ronald Pofalla: „Bottrop kann zu einem Vorbild für Deutschlands Städte werden.“
Auf der heutigen Partnerkonferenz setzten Hannelore Kraft, Ministerpräsidentin des Landes NRW, Ronald Pofalla, Chef des Bundeskanzleramts, und Dr. Johannes Hahn, EU-Kommissar für Regionalpolitik, vor rund 350 Partnern und Gästen ein deutliches Zeichen und warben für das Engagement von Unternehmen und Bürger in der InnovationCity Ruhr. Initiator Bodo Hombach zog ein positives Fazit: „InnovationCity Ruhr steht für Kooperation und Kreativität. Die breite Unterstützung von Unternehmen und Politik ist ein starkes Signal an die Bottroper Bürger, jetzt weiter mitzumachen.“
Aufbruch in historischer Kulisse
In historischer Kulisse der Alten Waschkaue des Bergwerks Prosper-Haniel II betonte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft die Bedeutung des Projekts für Nordrhein-Westfalen: „Bottrop wagt und alle anderen werden ebenfalls gewinnen. InnovationCity Ruhr ist eine Zukunftsvision für den gesamten Emscherraum. In der Pilotregion wird beispielhaft die Zukunft der Ruhr-Region aufgezeigt.“
Berlin und Brüssel einig in der Bewertung des Bottroper Stadtumbaus
Bundeskanzleramtschef Ronald Pofalla: „Unsere Städte klimaschonend und energieeffizient zu gestalten, ist eine zentrale Aufgabe dieses Jahrhunderts. Ich freue mich, dass Bottrop hier mutig und innovativ vorangeht. Die Bundesregierung hat hierzu umfangreiche Förderprogramme aufgelegt, die ich allen Beteiligten nur empfehlen kann zu nutzen.“ Und auch Dr. Johannes Hahn betonte die Förderungswürdigkeit der Bottroper Pilotregion: „Hier vereinen sich Kompetenz aus Wirtschaft und Verwaltung, Wissenschaft und Politik, um Innovationen nutzbar zu machen. Die Dynamik der Bottroper InnovationCity Ruhr ist beeindruckend.“
Eigenfinanzierte Projekte – Industrie setzt auf Bottrop
Die regionale Industrie demonstriert mit zahlreichen eigenfinanzierten Projekten, dass sie die Möglichkeiten des Laboratoriums „InnovationCity Ruhr“ nutzen wird. Die Vorstände ausgewählter Mitgliedsunternehmen stellten diese heute vor und demonstrierten damit ihr starkes Engagement für die Stadt der Zukunft: So wird die Evonik Industries AG ein interdisziplinäres Forschungszentrum zur CO2-Reduzierung in Kooperation mit der Landesregierung und der Stadt Bottrop gründen. Ihr Vorstandsvorsitzender und Persönliches Mitglied des Initiativkreises Ruhr, Dr. Klaus Engel, präsentierte den Gästen das Konzept für das CO2-Forschungszentrum und machte deutlich, dass der Standort Bottrop hierfür der richtige sei. In dem neuen Zentrum soll vor allem daran geforscht werden, wie sich der Kohlendioxid-Ausstoß reduzieren lässt.
CO2-Emmission und Kosten senken durch „Dual Demand Side Management“
Eine intelligente Steuerung von Strom- und Wärmenutzung mit zentraler und dezentraler Stromerzeugung, ist unverzichtbar für die nachhaltige Energieversorgung der Zukunft. Diese Herausforderung übernimmt das „Dual Demand Side Management“ von E.ON als eine Nachfragesteuerung in zwei Richtungen. Das E.ON Energy Research Center entwickelt die Software, die zum ersten Mal in der InnovationCity Bottrop eingesetzt wird. Das E.ON Projekt bildet die übergeordnete Klammer um die Vielzahl der Umbauprojekte in Bottrop und schafft nachhaltigen Mehrwert für die InnovationCity Ruhr. Denn die duale Nachfragesteuerung betrachtet nicht nur einzelne Gebäude, sondern ein ganzes Stadtquartier. In diesem werden Elemente wie z.B. Wärmepumpen oder kleine Photovoltaikmodule mit den Gebäudespeichermassen vernetzt. Für den späteren Einsatz wird die Energie in den bestehenden Versorgungssystemen und Gebäudemassen gespeichert und kann bei Bedarf flexibel abgerufen werden. Durch diese intelligente Steuerung wird der lokale Energieverbrauch optimiert. Es lassen sich erheblich mehr erneuerbare Energien integrieren, was die CO2-Emissionen und gleichzeitig die Kosten für den Endverbraucher senkt.
Prof. Klaus-Dieter Maubach, Mitglied des Vorstands der E.ON AG, unterstrich den Nutzen des Projekts: „Dank des Dual Demand Side Managements kann Bottrop zeigen, wie sich Städte in ihrem eigenen Energieverbrauch zukünftig flexibel an das schwankende Angebot aus Sonnen- und Windkraft anpassen können. Denn die intelligente Steuerung der Strom- und Wärmenutzung ist unverzichtbar für eine kosten- und energieeffiziente Energieversorgung von morgen. InnovationCity Ruhr ist ein Klimaschutzprojekt mit Vorbildcharakter, bei dem die Industrie erstmals an einem Ort und im Bestand zeigen kann, was in Sachen Energieeffizienz in Großstädten heute möglich ist.”
Klärwerk als Kraftwerk
Die EMSCHERGENOSSENSCHAFT entwickelt die Nutzung der Energiepotentiale der Wasserwirtschaft weiter. Auf der Emscherkläranlage in Bottrop soll zukünftig nicht nur Klärschlamm und Klärgas zur klimaschonenden Energieerzeugung aus Biomasse und Biogas genutzt werden. Die zusätzliche Nutzung weiterer Potentiale erneuerbarer Energien (Sonne, Wind, Wasserstoff) und deren „smarte“ Verknüpfung lässt ein „virtuelles“ Kraftwerk entstehen. Das Klärwerk wird damit Teil seines eigenen energieautarken Mikrokosmos, der die energetische Größe einer Stadt mit 30.000 Einwohnern und damit der Hälfte des gesamten Pilotgebietes der InnovationCity Ruhr aufweist.
„Unsere Kläranlagen sind zukunftsweisende Standorte für eine schonende und effiziente Energieerzeugung und -nutzung aus regenerativen Quellen. Mit unserem Beitrag zu InnovationCity Ruhr wird die Emscherkläranlage in Bottrop als erste Kläranlage überhaupt zu ihrem eigenen Hybrid-Kraftwerk. Das ist Strukturwandel 2.0 im Neuen Emschertal“, erklärte Dr. Jochen Stemplewski auf der Partnerkonferenz am 02. September in Bottrop.
Grüne Kraftwerke unter Tage
Bernd Tönjes, Vorstandsvorsitzender der RAG Aktiengesellschaft und Persönliches Mitglied des Initiativkreises Ruhr sowie Gastgeber der heutigen Veranstaltung, zeigte anschaulich wie ein Unter Tage-Pumpspeicherkraftwerk in der InnovationCity funktionieren könnte. Das „grüne“ Kraftwerk in alten Zechenanlagen kann neue Energien erzeugen: Steht viel Strom etwa aus Windenergie zur Verfügung, wird Wasser aus den Tiefen eines Bergwerks in einen an der Oberfläche gelegenen Speichersee gepumpt. Wird dann bei Windstille mehr Strom gebraucht, wird das Wasser zurück ins Bergwerk geführt. Dort treibt es auf dem Weg in die Tiefe Turbinen an, die wiederum Strom erzeugen. Laut Tönjes ist dies ein wichtiger Beitrag, vorhandene Ressourcen für die Erzeugung von Strom einzusetzen.
Bernd Tischler, Oberbürgermeister der Stadt Bottrop, zeigte sich hocherfreut über den politischen Rückenwind aus Land, Bund und EU und die konkreten Projektzusagen der regionalen Industrie: „Wir haben jetzt die Chance, gemeinsam mit unseren Partnern in Wirtschaft und Politik, Großes in Bottrop zu erreichen – mit Vorbildcharakter für andere Regionen. Ich bin davon überzeugt, dass die Bottroper Bürgerinnen und Bürger das Potential dieser besonderen Partnerschaft erkennen und diese Chance nutzen werden. Gemeinsam müssen wir jetzt zeigen, dass wir anpacken können.“
Beim anschließenden Imbiss konnten sich Bürger aus dem Pilotgebiet in den direkten Austausch mit Politikern und Unternehmensvertretern begeben.
Burkhard Drescher führt Projektgesellschaft InnovationCity Ruhr
Nachdem der langjährige Oberbürgermeister von Oberhausen als Sonderbeauftragter des IR-Moderators die Partnerkonferenz federführend realisierte, wird er nun auch die operative Verantwortung für die InnovationCity Management GmbH übernehmen. Drescher folgt auf Markus Palm, dem Initiativkreis Moderator Bodo Hombach ausdrücklich dankte: „Markus Palm hat das Projekt InnovationCity Ruhr in Bottrop erfolgreich verankert. Wir sind ihm für sein großes Engagement sehr dankbar.“
Investitionsvolumen von 2,8 Mrd. Euro bis 2020 – über 80 Prozent durch private Investoren
Nach Berechnungen von Burkhard Drescher soll InnovationCity ein Finanzierungsvolumen von ca. 2,8 Mrd. Euro auslösen. Der Eigenanteil der Stadt Bottrop wird ca. 42 Mio. Euro betragen. Der Finanzierungsbedarf von EU, Bund und Land wird auf ca. 450 Mio. Euro geschätzt. Industrie und Privatpersonen werden bei Realisierung von InnovationCity Ruhr mit ca. 2,2 Mrd. Euro beteiligt sein. (Eine genaue Zahlenaufstellung finden sie im Anhang).
Panik-Rocker Udo Lindenberg porträtiert Bottrop als Klimastadt der Zukunft
Udo Lindenberg präsentierte eines seiner berühmten Likörelle. Der Panik-Rocker bekannte sich als Bottrop-Fan und malte die Stadt der Zukunft als globalen Mittelpunkt des Klimaschutzes. Das Bild stieß auf große Begeisterung und soll noch in diesem Jahr zugunsten des Projekts versteigert werden.
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