Initiativkreis Ruhr-Vollversammlung in Essen

  • Kanzleramtsminister Ronald Pofalla: „Solide Finanzen, Solidarität und Wachstum bilden zusammen das Fundament für eine Stabilitätsunion. Initiativkreis gibt wichtige Impulse für Europa.“

  • forsa-Chef Prof. Manfred Güllner: „Ruhr-Region verbessert Image.“
  • IR-Moderator Bodo Hombach: „Initiativkreis bestätigt: kluge Aktionen ernten positives Echo.“

Auf der Frühjahrs-Vollversammlung des Initiativkreises Ruhr berichtete Bundesminister Ronald Pofalla den Persönlichen Mitgliedern über die jüngsten europäischen Beschlüsse. Er bewertete sie als wichtige Schritte zur Bewältigung der Krise: „Die Krise macht die enge wirtschaftliche, aber auch politische Verflechtung der Mitgliedstaaten deutlich. Gerade auch das Ruhrgebiet, das stark von Binnenmarkt und Euro profitiert, braucht eine stabile Währungsunion. Daran arbeitet die Bundesregierung mit aller Kraft.“

forsa-Studie „Das Bild des Ruhrgebiets: Innen- und Außensicht der Region.“
Prof. Manfred Güllner, Geschäftsführer des forsa-Instituts, präsentierte die Ergebnisse einer vom Initiativkreis in Auftrag gegebenen repräsentativen Studie. Die Studie untersuchte, welches Bild vom Ruhrgebiet bei den Bewohnern des Reviers und bei den Bürgern im Rest der Republik vorhanden ist. Güllner sieht im Vergleich zu 2010 ungewöhnlich deutliche Veränderungen.

Die wichtigsten Befunde in Kürze:

Starke Verbundenheit mit der Heimat Ruhrgebiet
84 Prozent der „Ruhris“ leben gern in ihrer Heimat. Dies ist im bundesweiten Vergleich ein sehr hoher Wert. Normalerweise liegt er bei vergleichbaren Untersuchungen zwischen 70 und 80 Prozent.

Das Ruhrgebiet und die Medien
55 Prozent der Menschen im Ruhrgebiet sind der Meinung, die Medien würden objektiv und zutreffend über das Ruhrgebiet berichten. Außerhalb der Region glauben das nur 35 Prozent. Dass die Medien klischeehaft und verzerrt über das  Ruhrgebiet berichten, meinen 36 Prozent der Ruhrgebietler. Die Außensicht ist eine andere. Nur 32 Prozent der übrigen Bürger halten die Berichterstattung für unausgewogen.

Das Ruhrgebiet als Wohnort verbesserungswürdig
23 Prozent der Bürger außerhalb des Ruhrgebiets können sich vorstellen, bei einem günstigen beruflichen Angebot oder im Ruhestand im Ruhrgebiet zu leben. Bei den Ruhrgebietlern selbst ist die Bereitschaft, die Region bei gleicher Fragestellung zu verlassen, hoch: 59 Prozent können sich einen Wegzug vorstellen. Überdurchschnittlich häufig ist dies bei unter 30-Jährigen, Angestellte und Befragte mit Abitur oder Hochschulstudium der Fall.

Das Bild vom Ruhrgebiet verbessert sich deutlich
Für diese Feststellung finden sich in der Studie zahlreiche Indikatoren. Ein Beispiel: Noch 2008 war das Image der Region aus der Außenperspektive überwiegend vom Kohlebergbau dominiert. Damals sagten auf die Frage, was ihnen spontan zum Ruhrgebiet einfalle, 53 Prozent „Kohle“. Heute assoziiert niemand mehr das Thema Kohlesubventionen mit der Region. An das kulturelle Angebot denken im Jahr 2012 10 Prozent, 2008 waren es nur 2 Prozent.

Die Mitglieder des Initiativkreises werden die Ergebnisse der Studie genau auswerten. Das Fazit heute: Werbung hilft nicht. Professor Güllners Analyse bestätigt, dass der Initiativkreis mit Maßnahmen wie ,InnovationCity´ oder ,Phönix fliegt´ für das Bild des Ruhrgebiets positive Veränderungen bewirken kann. Initiativkreis-Moderator Bodo Hombach: „Auf den Strukturwandel folgt der Imagewandel. Die Studie zeigt: Folgenloses Gerede schadet, kluge Aktionen ernten positives Echo. Diese Strategie werden wir weiter verfolgen.“

Projekte in der Erfolgsspur

Initiativkreis Ruhr schließt Leitprojekt Werkstoffe erfolgreich ab: Starke Unterstützung für Excellenz-Cluster Materialwissenschaft an Ruhr-Universität zahlt sich für das Ruhrgebiet aus. Moderator Bodo Hombach dankt dem Industriekonsortium unter der Federführung von ThyssenKrupp und dem Land NRW.
Leuchtturm des abgeschlossenen Leitprojektes für Werkstoff-Exzellenz ist das Materialforschungszentrum ICAMS (Interdisciplinary Centre for Advanced Materials Simulation) an der Ruhr-Universität in Bochum. Mit einer Anschubfinanzierung von rund 24 Millionen Euro fördern das Land NRW und ein Industriekonsortium unter Federführung der ThyssenKrupp AG seit 2006 das ICAMS in Form einer Public Private Partnership (PPP). Nach Ablauf der auf fünf Jahre angelegten Anschubfinanzierung wird ICAMS von der Ruhr-Universität Bochum eigenverantwortlich weitergeführt. Die erfolgreiche Einrichtung ist Schlüsselbaustein der Bewerbung der Ruhr-Universität um je einen Exzellenzcluster in Materialwissenschaft und Systemchemie in der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder. Neben drei attraktiv ausgestatteten Stiftungsprofessuren verfügt ICAMS zusätzlich über drei sogenannte Advanced Study Groups in denen mit dem Max Planck Institut für Eisenforschung in Düsseldorf, mit der RWTH Aachen und mit anderen Instituten der RU Bochum gemeinsam geforscht und entwickelt wird. Zahlreiche Forschungsprojekte werden am ICAMS in Kooperation mit Universitäten und Unternehmen im In- und Ausland umgesetzt. Zusätzlich bietet das ICAMS seit 2010 einen Masterstudiengang im Bereich der Werkstoffsimulation an, um den akademischen Nachwuchs zu sichern. „In der aktuellen Konstellation ist das ICAMS am Standort Ruhr Vorbild für Kooperationen zwischen Unternehmen und Universitäten. Das war gemeinsame Zielsetzung von ThyssenKrupp und dem Initiativkreis Ruhr. „Wir haben unser Ziel erreicht, in einer halben Dekade haben wir es in die Spitzengruppe der Werkstoffforschung in der Welt geschafft. Das ist ein großer Erfolg“, betonte Dr. Heinrich Hiesinger, Vorstandsvorsitzender der ThyssenKrupp AG. Initiativkreis-Moderator Bodo Hombach dankte ThyssenKrupp, EVONIK, Bayer MaterialScience, Bayer Technology Services, Benteler, Bosch und Salzgitter Mannesmann Forschungden als Unterstützer des Bereiches Werkstoffe.

Logistik-Kongress am Düsseldorfer Flughafen
Gemeinsam mit den Mitgliedsunternehmen Verlagsgruppe Handelsblatt und dem Düsseldorfer Flughafen lädt der Initiativkreis Anfang September zu einem Logistik-Kongress, der im Mittelpunkt den Zusammenhang von IT, Industrie und Logistik stellt. „Attraktive industrielle Wertschöpfung entsteht nur durch effiziente Produktion, und reibungslosen Transport. Starke Logistik ist ein Erfolgsfaktor für das Ruhrgebiet“, betont Erich Staake.

Großes Interesse an Kooperations-Wettbewerb
Das Interesse der Städte und Kommunen am Ideen-Wettbewerb Kooperation Ruhr, den der Initiativkreis gemeinsam mit der RAG-Stiftung ausgeschrieben hat, ist groß. Im Wettbewerbsbüro gehen täglich mehrere Anfragen und regelmäßig Bewerbungen ein. Die Bewerbungsfrist endet am 30. April. Die besten und erfolgversprechendsten Einreichungen werden auf der Preisverleihung am 26. Juni mit Preisgeldern in Höhe von insgesamt 310.000 Euro prämiert.

InnovationCity Ruhr auf Erfolgskurs: Über 100 Klimaprojekte sind zurzeit in Bottrop in Umsetzung
Geschäftsführer Burkhard Drescher arbeitet mit den Partnerunternehmen an konkreten Sanierungskonzepten gerade für ältere Gebäude. „Bottrop hat ein riesiges Potential“, sagt Drescher. Viele alte Häuser stünden auf attraktiven Grundstücken, so dass sie nach einer Sanierung modernen Wohnansprüchen genügen würden. „Es können bis zu 75 Prozent der Energie eingespart werden. Da lohnen sich große Investitionen“, so Drescher. Enge Partner sind hier die Entwicklungsgesellschaft NRW.Urban und die NRW.Bank.

Initiativkreis holt IT-Gipfel nach Essen
Der 7. IT-Gipfel wird im November dieses Jahres auf Initiative des Unternehmenszusammenschlusses in Essen – und damit erstmalig in Nordrhein-Westfalen – stattfinden. Vorsitzender der Arbeitsgruppe der Landesregierung für den IT-Gipfel ist der ehemalige Initiativkreis-Moderator Dr. Winfried Materna. Er koordiniert gemeinsam mit NRW-Wirtschaftsminister Harry K. Voigtsberger die Vorbereitungen. Gute Beispiele für die Entwicklung von Anwendungssoftware im Bereich des e-commerce erläuterte der Dortmunder Unternehmer Reinhold Semer, der im Oktober 2011 einen neuen Online-Shop für die Hellweg-Baumärkte an den Markt brachte.

Initiativkreis unterstützt „European Green Capital“
Der Initiativkreis unterstützt die Bewerbung der Metropole Ruhr um die „European Green Capital“ für das Jahr 2015. Die Bewerberstädte der „European Green Capital“ gehören alle zum „Netzwerk der 16“, die von den Erfahrungen des IR-Projekts „InnovationCity Ruhr“ in Bottrop profitieren. Der Initiativkreis sieht in der Bewerbung um die „Grüne Hauptstadt Europas“ ein kooperatives Projekt für die Region, das den Kommunen die Chance gibt, sich am Gemeinschaftswerk zu beteiligen und ihre umweltpolitischen Themen sowie Innovationen einzubringen.



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