Mit insgesamt 310.000 Euro sind heute die 10 besten Kooperationen im Ruhrgebiet und den angrenzenden Gebieten für ihr Engagement und ihre guten Ideen prämiert worden / Bodo Hombach, Moderator des Initiativkreises Ruhr: „Kooperation Ruhr war zunächst ein Appell – jetzt haben wir Substanz für einen Paradigmenwechsel: Mehr Miteinander im Revier!“ / Wilhelm Bonse-Geuking, Vorsitzender des Vorstandes der RAG-Stiftung: „Unsere Initiative, das Ruhrgebiet mit neuen Ideen zu mobilisieren, hat gezündet. Den überraschend vielen Teilnehmern gilt dafür unser Dank und Respekt. Nur zielbewusste Kooperation bringt uns weiter, nicht aber nutzlose Diskussionen über neue Organisationsformen.“ / Über eine Fortsetzung des Wettbewerbs wird zu gegebener Zeit entschieden.
Die Preisträger des erstmals ausgelobten Ideen-Wettbewerbs Kooperation Ruhr wurden heute im Erich-Brost-Pavillon auf Zollverein ausgezeichnet. Bei der feierlichen Preisverleihung haben die Sieger – die TOP 5 in je zwei Teilnahme-Kategorien – das Preisgeld in Höhe von insgesamt 310.000 Euro erhalten. Zudem wurde ein Sonderpreis vergeben.
Die Sieger
In Kategorie A, Kooperationen von Kommunen, Kreisen und kommunalen Einrichtungen, belegt die Kooperation „Wirtschaftsflächen Ruhr“ den ersten Platz, gefolgt vom „Neurovaskulären Netzwerk Ruhr“ (Platz 2) und „OnleiheRuhr“ (Platz 3).
In Kategorie B, Kooperationen von gemeinnützigen Vereinen, Verbänden, Stiftungen und Bürgergruppen, belegt „Ruhr Barrierefrei“ den ersten Platz, gefolgt von den beiden Kooperationen „Ehrenamtlich geführte Freizeitbäder“ und „Übernahme Hallenbad Rheurdt“ (Platz 2) sowie „Am Fluss entlang schreiben“ (Platz 3).
Aus der Veranstaltung
Bodo Hombach, Initiativkreis-Ruhr-Moderator und Vorsitzender der Wettbewerbsjury, teilte seine Freude über das Engagement des Wettbewerbs mit: „Kooperation Ruhr war zunächst ein Appell – jetzt haben wir Substanz für einen Paradigmenwechsel: Mehr Miteinander im Revier!“ Er ermunterte alle Wettbewerbsteilnehmer, sich mit ihrer Kooperation in der Kooperationsdatenbank auf metropoleruhr.de einzutragen.
Wilhelm Bonse-Geuking, Vorsitzender des Vorstandes der RAG-Stiftung, lobte die Strategie und die Wettbewerbsteilnehmer: „Unser Ansatz, das Ruhrgebiet von unten nach oben zu mobilisieren, hat sich ausgezahlt. Wir wollten keine neue Ordnung oktroyieren, sondern mit den Kooperierenden Ideen realisieren. Den 123 Bewerbern gilt dafür unser Dank und Respekt.“ Bonse-Geuking versicherte, seinem Nachfolger in der Stiftung die Fortsetzung des Wettbewerbs ans Herz zu legen.
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- Die Videos der Preisträger sind auf unserem Youtube-Channel.
Die TOP 5 der Kategorie A
Platzierungen und Auszüge aus den Lobreden der Laudatoren:
| Platz 1 € 100.000 |
Wilhelm Bonse-Geuking, Vorsitzender des Vorstandes der RAG-Stiftung, begründet in seiner Laudatio für die Kooperation Wirtschaftsflächen Ruhr das Jury-Urteil: | „Die Wirtschaftsflächen in der Region sind knapp, sehr gefragt und die Voraussetzung für Wachstum und Beschäftigung. Eine sehr gute Idee und das ganze Ruhrgebiet macht mit.“
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| Platz 2 € 60.000 |
Fritz Ferdinand Pleitgen, Vorsitzender Geschäftsführer der RUHR.2010 GmbH, jetzt Präsident der Deutschen Krebshilfe, begründet in seiner Laudatio für die Kooperation Neurovaskuläres Netzwerk Ruhr das Jury-Urteil: | „Das Neurovaskuläre Netzwerk Ruhr hilft, Menschenleben zu retten und Patienten vor schlimmen Folgeschäden zu bewahren. Die Kooperation von 26 Krankenhäusern auf medizinischem Höchstniveau hat Vorbildcharakter für ganz Deutschland und sollte als Modell neuen Denkens und Handelns für alle Bereiche Schule machen.“ |
| Platz 3 € 40.000 |
Prof. Dr. Ulrich Radtke, Rektor der Universität Duisburg-Essen, begründet in seiner Laudatio für die Kooperation OnleiheRuhr das Jury-Urteil: | „Diese Kooperation trägt den digitalen Entwicklungen der Zeit und der Bedeutung lokaler Bibliotheksstandorte gleichermaßen Rechnung − ein gutes Zusammenspiel und regionale Verbundenheit vernetzt mit digitalem Angebot.“
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| Platz 4 € 20.000 |
Bernd Tönjes, Vorstandsvorsitzender der RAG Aktiengesellschaft, begründet in seiner Laudatio für die Kooperation WIR − Wohnen im Revier das Jury-Urteil: | „Die Idee der Kooperation ist bedeutend für die Weiterentwicklung der Infrastruktur des Ruhrgebiets. Sie hat Vorbildcharakter und sollte auch von weiteren Kommunen aufgenommen werden.“
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| Platz 5 € 20.000 |
Prof. Dr. Christoph M. Schmidt, Präsident des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung, begründet in seiner Laudatio für die Kooperation InterGrün Waltrop/Castrop-Rauxel das Jury-Urteil: | „Mit dieser Kooperation gewinnt der weiche, aber dennoch sehr wichtige Standortfaktor „Grünfläche“ an Stärke. Genau diese eher kleinen Schritte sind zukunftsweisend für die Region.“
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Die TOP 5 der Kategorie B
Platzierungen und Auszüge aus den Lobreden der Laudatoren:
| Platz 1 € 30.000 |
Bodo Hombach, Moderator des Initiativkreises Ruhr und Vorsitzender der Kooperation-Ruhr-Jury, begründet in seiner Laudatio für die Kooperation Ruhr Barriererfrei das Jury-Urteil: | „Barrierefreiheit ist ein Querschnittsthema der Gesellschaft. Die Idee, gehandicapten Menschen mit einer Internet-Plattform mehr Entscheidungsfreiheit zu geben, ist nicht nur mit Blick auf die demografische Entwicklung sinnvoll. Sie ist eine Herzblut-Kooperation aus der Mitte der Gesellschaft!“
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| Platz 2 € 20.000 Teilung des Preis- geldes |
Prof. Dr. Jörg Bogumil, Professor an der Ruhr-Universität Bochum, begründet in seiner Laudatio für die beiden Kooperationen Ehrenamtlich geführte Freizeitbäder UND Übernahme Hallenbad Rheurdt das Jury-Urteil: | „Uns hat der naheliegende Ansatz überzeugt, dass durch bürgerschaftliches Engagement und Kooperation eine wichtige öffentliche Infrastruktur auch in finanziell schwierigen Zeiten erhalten bleiben kann: Solche Kooperationen sind vorbildlich und wichtig, aber immer noch zu selten.“
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| Platz 3 € 10.000 |
Jan-Peter Nissen, Geschäftsführer des Initiativkreises Ruhr, begründet in seiner Laudatio für die Kooperation Am Fluss entlang schreiben das Jury-Urteil: |
„Wer etwas aufschreibt und sich damit beschäftigt, verliert die Gleichgültigkeit. Das Geschriebene wird automatisch Gegenstand der Reflexion. Die Schüler lernen zudem etwas über die Geschichte, die Geografie und die Natur der Region. Eine schöne Bildungskooperation. Wir sind schon gespannt auf das Ergebnis.“
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| Platz 4 € 5.000 |
Peter-Michael Preusker, Mitglied des Vorstands der RAG-Stiftung, begründet in seiner Laudatio für die Kooperation Metropol Baskets Ruhr das Jury-Urteil: |
„Auch die Sportvereine müssen bei allen Rivalitäten untereinander Kooperationsfelder suchen, um junge Sporttalente gemeinsam zu fördern. Schön, dass der Basketball beginnt, diese Idee zu leben.“ |
| Platz 5 € 5.000 |
Karola Geiß-Netthöfel, Direktorin des Regionalverbands Ruhr, begründet in ihrer Laudatio für die Kooperation KRAY OR DIE das Jury-Urteil:
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„Über die Stadtgrenze hinweg jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, sich künstlerisch zu entwickeln und neue Wege zu finden, den eigenen Stadtteil attraktiver zu machen, hat uns überzeugt. Der Name ist Programm: Dieses Festival oder keins.“ |
Sonderpreis
| Prof. Dr. Christoph Zöpel, Honorarprofessor der Technischen Universität Dortmund, begründet in seiner Laudatio für die Kooperation Zukunftsvereinbarung Regenwasser das Jury-Urteil: | „Diese weit gediehene Umweltkooperation ist ein Signal mit Modellwirkung sogar über die Region hinaus. Sie ist ein Musterbeispiel für die Überwindung von kommunalem Kirchturmdenken und bietet langfristige finanzielle Vorteile für alle Beteiligten.“ |
Die Highlights der Preisverleihung
Überraschungsbotschaft: Adolf Schmidt, der zu den Mitbegründerm des Initiativkreises Ruhr zählt, dankte zu Beginn der Veranstaltung allen Akteuren in einer Videobotschaft dafür, „dass sie weiterhin an diese Region glauben“.
Besondere Würdigung: Die Kooperationen der Erst-bis Drittplatzierten wurden neben Preisgeld und Pokal über einen speziell angefertigten und erstmals ausgestrahlten Film besonders gewürdigt. Allen Wettbewerbsteilnehmern wurde ein Pokal für ihr Engagement überreicht.
Spannung lag während der gesamten Veranstaltung in der Luft, da die TOP-5-Preisträger ihre finale Platzierung erst während der Veranstaltung von den Laudatoren erfuhren.
Der Wettbewerb – die Preise
Zur Teilnahme aufgerufen waren Ruhrgebietsakteure innerhalb der rund 53 Kommunen des Ruhrgebiets, der vier Ruhrgebietskreise selbst, sowie Nachbar-Kommunen, die bis zu 15 Kilometer von der Grenze des Ruhrgebiets entfernt liegen. Zum Einsendeschluss am 30. April 2012 sind im Wettbewerbsbüro insgesamt 123 Bewerbungen eingegangen. In der Preis-Kategorie „A“ (61 Einreichungen) waren Kooperationen von Kommunen, Kreisen und kommunalen Einrichtungen teilnahmeberechtigt, in Preis-Kategorie „B“ (62 Einreichungen) Kooperationen von gemeinnützigen Vereinen, Verbänden, Stiftungen und Bürgergruppen.
Der Hintergrund
Kooperationen können laut der RWI-Studie „Den Wandel gestalten“ (2011) ein Erfolg versprechender Weg sein, das Ruhrgebiet mit seinen angrenzenden Kommunen zukunftsfähig zu machen. Ein Wettbewerb könne bewirken, dass sich neue Ideen schneller durchsetzten.


