Startschuss für die InnovationCity Ruhr: Das Revier sucht die grüne Super-Stadt
InnovationCity Ruhr
Sie haben sich gemeinsam an einen Tisch gesetzt, um ein außergewöhnliches Projekt auf den Weg zu bringen. NRW-Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers (CDU), E.ON-Vorstandschef Dr. Wulf H. Bernotat und ThyssenKrupp-Chef Prof. Ekkehard Schulz demonstrierten am Donnerstag ihre Unterstützung für die Idee, in den kommenden Jahren ein Energiespar-Viertel im Ruhrgebiet zu errichten.
Das Ziel: Am Beispiel eines Stadtteils, in dem etwa 50.000 Menschen wohnen, soll sichtbar werden, was möglich ist, um umweltbewusst zu leben und energieeffizient zu wirtschaften. Wohnungen mit moderner Wärmedämmung, eine umweltschonende Energieversorgung, mehr Elektroautos – so soll die „InnovationCity Ruhr“ aussehen.
„Das ist bisher noch nirgendwo in Europa versucht worden“, sagte Rüttgers bei einem Besuch in der WAZ-Redaktion. Angestoßen hat das Vorhaben „InnovationCity Ruhr“ der Initiativkreis Ruhr.
Das Vorzeige-Viertel soll sich innerhalb der nächsten zehn Jahre entwickeln. Im Detail steht der Zeitplan des Initiativkreises Ruhr zumindest für die nächsten Wochen und Monate. Am 22. März, also noch vor der NRW-Landtagswahl, beginnt der Ausschreibungsprozess für interessierte Städte und Gemeinden. Gefordert sind damit zunächst einmal Bürgermeister, die sich mit ihren Kommunen bewerben wollen. Rüttgers hofft allerdings auch auf das Engagement von Bürgern – ohne sie lasse sich ein derart ambitioniertes Projekt nicht umsetzen. „Die InnovationCity Ruhr ist ein Projekt, bei dem Bürger von Anfang an einbezogen werden“, sagte der Ministerpräsident. „Wir lassen niemanden zurück, deshalb gehen wir auch nicht auf die sogenannte grüne Wiese, sondern erneuern im Bestand.“
Bernotat sagte, er rechne mit einem „großen Interesse“ der Kommunen. In der Vergangenheit hatten bereits mehrere Städte ihr Interesse an dem Modellprojekt bekundet.
Geplant ist, dass eine prominent besetzte Jury aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft im Oktober eine Entscheidung über den Standort trifft. ThyssenKrupp-Chef Schulz unterstrich die Bedeutung von Innovationen für die Schaffung neuer Arbeitsplätze. „Die InnovationCity wird ein neuer Leuchtturm für NRW und das Ruhrgebiet werden“, sagte er. Rüttgers fügte hinzu: „Hier geht es um Zukunftstechnologien, nicht das, was ein Heimwerker auch schon jetzt im Baumarkt findet.“
Mit Blick auf die Finanzierung des Projektes regte Schulz eine Steuerentlastung für Forschung und Entwicklungsausgaben von Unternehmen an. Das genaue Investitionsvolumen und die Details der Finanzierung von „InnovationCity Ruhr“ sind noch unbekannt. Zahlreiche Mitgliedsunternehmen des Initiativkreises Ruhr haben allerdings schon Engagement signalisiert. Rüttgers beließ es dabei, eine grundsätzliche Bereitschaft zur Unterstützung zu signalisieren: „Die Landesregierung wird ihren Teil dazu beitragen, dass die InnovationCity Ruhr ein Erfolg wir“, sagte er.
Initiativkreis und Landesregierung erhoffen sich auch Impulse für den Arbeitsmarkt, vor allem in der Bauphase. Ehrenamtlicher Projekt-Koordinator ist Alfred Oberholz. Der erfahrene Manager erwartet, dass „InnovationCity“ Strahlkraft über das Ruhrgebiet hinaus entfalten wird. „Wir wollen erreichen, dass aus dieser Stadt niemand mehr wegzieht“, betonte Oberholz.
Ziel sei, den Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid in dem Stadtviertel erheblich zu reduzieren. „Wir sprechen hier von Maßnahmen wie der klassischen Wärmedämmung, dem Austausch veralteter Heizkessel und der dezentralen Wärmegewinnung aus erneuerbaren Energien, etwa durch Wärmepumpen“, erläuterte Oberholz. Im Jahr 2012 solle vor Ort mit den Arbeiten begonnen werden. 2020 könne das Projekt abgeschlossen sein. Man wolle „Schritt für Schritt“ vorgehen.
Quelle: WAZ
Tag der Veröffentlichung: 26.02.2010










