InnovationCity Ruhr

Blauer Himmel. Grüne Stadt. Unter diesem Motto hat der Initiativkreis Ruhr im Frühjahr 2010 gemeinsam mit dem Land Nordrhein Westfalen einen revierweiten Wettbewerb für die Klimastadt der Zukunft ins Leben gerufen. Insgesamt 16 Städte hatten sich mit kreativen Konzepten beworben, fünf haben das Finale erreicht: Bochum, Bottrop, Essen, Mülheim an der Ruhr und das Städte-Tandem Gelsenkirchen/Herten. Eine unabhängige Fachjury unter dem Vorsitz von Prof. Dr.-Ing. Manfred Fischedick, Vizepräsident des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie GmbH, traf im November 2010 die Entscheidung: Den Zuschlag erhielt die Stadt Bottrop. Die InnovationCity Ruhr wird in den nächsten zehn Jahren beispielhaft zur Niedrigenergiestadt umgebaut.

Warum konnte Bottrop überzeugen? Bottrop hat es geschafft, die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt, Unternehmen, Vereine, Verbände und andere Multiplikatoren von der Idee des Wettbewerbs zu überzeugen. 20.000 Unterschriften wurden auf großen Plakatwänden gesammelt und auf der Klimaschutzkonferenz sowie auf dem Aktionstag der Stadt konnte eindrucksvoll bewiesen werden, dass das Know-how und der Wille vorhanden ist, das Projekt umzusetzen. Wir machen’s vor – so hieß der Slogan der Bottroper Bewerbung: Vernetzt, ausgezeichnet und übertragbar.

Gesucht wurde ein „typisches Stück Ruhrgebiet“, das als Modellstadt eine Vorbildfunktion für die Erneuerung des gesamten Ruhrgebiets übernimmt. Bei der umfassenden energetischen Sanierung des Stadtquartiers im Bottroper Süden wollen alle Beteiligten aus Politik und Kommunen, Wirtschaft und Wissenschaft eng zusammenarbeiten und gemeinsam mit den Bürgern an einem Strang ziehen. Dabei gilt: eine für alle. Denn langfristig soll nicht nur die ausgewählte Pilotstadt, sondern das gesamte Ruhrgebiet energieeffizient umgebaut und auf diese Weise nach und nach grüner, schöner, attraktiver und lebenswerter werden.

Ein komplettes Stadtquartier in einer Größenordnung von rund 70.000 Einwohnern wird sich in den nächsten zehn Jahren zum Musterquartier für Energieeffizienz wandeln. Das konkrete Ziel: Der Energiebedarf im Pilotgebiet soll bis zum Jahr 2020 um 50 Prozent reduziert werden. Dies soll durch innovative Technologien und bewährte Maßnahmen zur CO²-Reduzierung in den Bereichen Energieeffizienz, dezentrale Energieerzeugung, Mobilität, Stadtumbau und Smart Energy realisiert werden. Zur Umsetzung setzt das Projekt auf die Bündelung der Kräfte von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Die frühzeitige Beratung, Information und Beteiligung der Bürger ist zentraler Bestandteil der Umsetzungsstrategie.

InnovationCity Ruhr versteht sich als Impulsgeber, um über das Pilotgebiet hinaus im gesamten Ruhrgebiet einen energieeffizienten Stadtumbau anzustoßen. Langfristiges Ziel ist die bundes- und europaweite Übertragbarkeit der gewonnenen Erkenntnisse und erarbeiteten Prozesse auf andere vergleichbare Regionen und Städte.



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